Urologe München -Dr. Alschibaja - Blasenentzündung

Keine Lust mehr auf

ständig Antibiotika?

Blasenentzündung

Der wiederkehrende Harnwegsinfekt der Frau

Die Kürze der weiblichen Harnröhre erleichtert den Bakterien das Vordringen von der Scheide über die Harnröhre in die Blase und führt dort zu typischen Beschwerden (siehe unten). Gelegentlich können Bakterien das Ventilsystem zwischen Harnleiter und Blase überwinden, in die Nieren aufsteigen und dort zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) führen. Selten kann auch eine chronische Nierenbeckenentzündung, auf umgekehrtem Wege eine Blasenentzündung (Zystitis) bedingen. Dabei handelt es sich jedoch um ein gesondertes Krankheitsbild, auf das hier nicht eingegangen werden soll.

Beschwerden: Plötzlich einsetzendes Brennen beim Wasserlassen, Blasenkrämpfe, vermehrter Harndrang, evtl. mit der Schwierigkeit den Urin zurückzuhalten. Der Urin kann unangenehm riechen, kann trüb sein und zeigt öfters Blutbeimengungen. Nicht selten treten Rückenschmerzen, ähnlich wie bei Menstruations-beschwerden auf, die in die Nierenlager ausstrahlen können. Die Schmerzen können durch bestimmte Bewegungen oder Körperhaltung verstärkt werden. Fieber ist nicht typisch und deutet auf eine Beteilung der Nieren hin.

Ursachen: Vorschub wird der Blasenentzündung geleistet durch z. B. Kälte, Stress, Geschlechtsverkehr, zu geringe Flüssigkeitszufuhr und auch Vaginalinfekte. Diese werden provoziert durch ein gestörtes Vaginalmilieu, sei es durch gynäkologische Erkrankung, sei es durch Keimverschleppung vom After zur Scheide, sei es durch übertriebene Hygiene oder durch einen lokalen Hormonmangel.

Untersuchungen: Nierenlager sind beidseits nicht klopfempfindlich. Davon zu unterscheiden sind muskuläre Rückenverspannungen. Es besteht ein Druckschmerz über der Blase. Die Urinuntersuchung mit dem Mikroskop zeigt vermehrt Bakterien und Leukozyten („Infektzeichen“). Die Urinkultur bestätigt ein vermehrtes Bakterienwachstum und zeigt auf welche Antibiotika die Bakterien ansprechen. Gegebenenfalls kann eine Blutuntersuchung bei der Abgrenzung zu einer Nierenbeckenentzündung hilfreich sein.

Sexuell übertragbare Erreger (z.B. Chlamydien, Mykoplasmen usw.) sollten vorzugsweise mittels einer PCR (Polymerase Kettenreaktion)-Untersuchung in einer morgendlichen „Zwei-Gläser-Urinprobe“ ausgeschlossen werden. Eine Partnerdiagnostik (Harnröhrenabstrich, Urin- und ggf. Spermauntersuchungen mittels PCR, Ultraschalluntersuchungen) sollten durchgeführt werden.

In gewissen Konstellationen ist eine Blasenspiegelung im infektfreien Intervall zur Beurteilung der Harnröhre und Blase erforderlich. Diese Untersuchung ist bei geschicktem Vorgehen und betäubter Harnröhre zum Teil garnicht, zum Teil gering bis mäßig schmerzhaft. Nach der Untersuchung kann es beim Wasserlassen brennen, ähnlich wie bei einer Blasenentzündung.

Jede ungewöhnliche Schmerzreaktion deutet auf einen pathologischen Befund hin.

In seltenen Fällen sind zum Ausschluss einer Blasenentleerungsstörung weitere Untersuchungen nötig.

Therapie:

  • Reichliche Flüssigkeitszufuhr
  • Vermeiden von Kaffee, schwarzem Tee, kohlesäurehaltigen oder gesüßten Getränken
  • Wärme von außen
  • Körperliche Schonung (wenn möglich)
  • Behandlungsversuch mit pflanzlichen Präparaten
  • Bei starken Beschwerden oder Risikofaktoren antibiotische Behandlung über drei bis fünf Tage.

 Prophylaxe (Verhaltensweise um eine erneute Infektion zu vermeiden):

  • auf mindestens zwei Liter Trinkmenge pro Tag achten
  • Unterkühlung vermeiden (z.B. nasse Badehose)
  • zur Genitalhygiene keine Waschlappen, keine Seife (auch keine medizinische Seife), keine Intimtücher, sondern lauwarmes Wasser benutzen
  • für die tägliche Hygiene nur duschen. Auf Vollbäder und chlorhaltiges Wasser (Swimmingpools) verzichten
  • Tampons meiden
  • zur Empfängnisverhütung auf den Einsatz einer Spirale oder spermaabstoßender Salben verzichten
  • Keimverschleppung vom After zur Scheide minimieren (nach dem Stuhlgang den After mit Wischrichtung von der Scheide weg reinigen, wenn möglich anschließend mit Wasser waschen. Keinen wechselnden Anal/Vaginalverkehr)
  • vor und nach dem Geschlechtsverkehr möglichst die Blase entleeren
  • auf eine gesunde Lebensführung, ausgewogene Ernährung, vermehrte Bewegung (wenn möglich  aerobes Ausdauertraining  zwei bis drei Mal pro Woche für ca. 30 Minuten), Stressreduktion und ausreichende Erholungsphasen achten.

Medikamentöse Prophylaxe:  Stärkung der Immunabwehr durch Impfung (Tabletten/Spritzen). Bei sehr hartnäckigem Krankheitsverlauf Aufbau der geschädigten Schutzschicht der Blase durch Einbringen eines Medikaments in die Blase. Eventuell medikamentöses Ansäuern des Urins. Einnahme bestimmter nahrungsergänzungsmittel (z.B. Cranberry-Präparate, Angocin N, Cystinol usw.) um das Anhaften der Bakterien an den Schleimhautzellen zu erschweren.

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