Urologe München - Dr. Alschibaja - PSA

Tumor-Screening

Prostatakarzinom

Prostataspezifisches Antigen (PSA)

Was ist PSA?

PSA (= prostataspezifisches Antigen) – ist ein Eiweiß, welches von »normalen« Prostatadrüsenzellen gebildet wird. Prostatakarzinomzellen produzieren in der Regel vermehrt PSA. Aus diesem Grunde ist ein »erhöhter« PSA-Wert, bzw. eine bestimmte Anstiegsgeschwindigkeit pro Zeiteinheit suspekt für das Vorliegen einer bösartigen Prostataerkrankung. Der PSA-Wert ist nach wie vor, trotz immer wieder kontroverser Diskussionen, ein unerlässlicher Bestandteil der Tumorvorsorge.

Wie wird PSA bestimmt?

PSA wird aus dem Blutserum bestimmt.

Was besagt der PSA-Wert?

Bei gesunden Männern liegt der Grenzwert – je nach Alter und in Abhängigkeit von verschiedenen anderen Faktoren – unter 3,5 ng/ml. Ein höherer Wert bedeutet nicht zwangsläufig Krebs, denn der Wert kann auch durch eine gutartige Vergrößerung oder eine Entzündung der Prostata (Prostatitis) erhöht sein.

Um hier zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen besser differenzieren zu können ist in gewissen Konstelationen die Bestimmung des  sogenannten „freien-PSA“ (fPSA) ratsam.

Es kommt aber auch vor, dass der PSA-Wert nicht erhöht ist, obwohl eine Krebserkrankung vorliegt.

Der entscheidende Faktor beim PSA-Wert ist neben der absoluten Höhe des gesamten und freien PSA, die Anstiegsgeschwindigkeit. Sie ergibt sich aus der Messung und dem Vergleich der PSA-Werte in regelmäßigen Zeitabständen. Hiermit kann eine mögliche Tumorentwicklung am besten und sensitivsten registriert werden. Aus diesem Grunde sollte der PSA-Wert frühzeitig und regelmäßig bestimmt werden.

Ab welchem Alter sollte der PSA-Wert bestimmt werden?

Experten raten Männern ab dem 45. Lebensjahr zu einer regelmäßigen PSA-gesteuerten Früherkennungsuntersuchung. Gibt oder gab es bereits Fälle von Prostatakrebs in der Familie, sollte die Früherkennung bereits ab dem 40. Lebensjahr durchgeführt werden. Je früher der PSA-Wert erstmals ermittelt wird und je regelmäßiger die Kontrolle erfolgt, desto besser können tumorsuspekte »Abweichungen« registriert werden. Auf diese Weise läßt sich die weiterführende Diagnostik gezielter und effektiver einsetzen.

Unser Statement zu den Diskussionen um PSA- und Vorsorgeuntersuchungen

In den Medien wird immer wieder die Wertigkeit einer regelmäßigen PSA-Untersuchung im Rahmen der urologischen Vorsorge in Frage gestellt. Hierzu möchten wir Stellung nehmen.

Die Daten zweier großer internationaler Studien (»PSA-basierte Vorsorge« gegenüber »keine Vorsorge«), die 2009 publiziert wurden, werden von medizinischen Laien teilweise dahingehend interpretiert, dass eine PSA-basierte Vorsorgeuntersuchung das Prostatakrebs-Sterblichkeitsrisiko nicht wesentlich reduziert und damit unnötig sei. Neben volkswirtschaftlichen Aspekten würden »auffällige« PSA-Werte zu einer psychischen Belastung (»Krebsangst«) des betroffenen Patienten führen. »Voreilig« durchgeführte Gewebeentnahmen der Prostata belasten den Patienten und zerstören im Falle eines Tumornachweises durch radikales operatives Vorgehen die Lebensqualität durch unkontrollierten Urinverlust und Impotenz.

Diese Interpretation der Datenlage und Darstellung des daraus entstehenden Szenarios spiegelt jedoch keineswegs die reale Situation unserer urologischen Patienten wider.

Mittlerweile zeigen aktuellere Auswertungen oben genannter Beobachtungsstudien (an 75 000 und 180 000 Männern), dass das Sterblichkeitsrisiko durch regelmäßige PSA-Kontrollen um 30% reduziert werden konnte. Um die Tragweite dieser Zahlen zu begreifen sollte erwähnt werden, dass aktuell bei etwa 60 000 Männern jährlich Prostatakarzinome diagnostiziert werden. 12 000 Männer (20%) versterben pro Jahr an dieser Erkrankung (im Vgl. zu etwa 5 000 Verkehrstoten im gleichen Zeitraum!). Das Prostatakarzinom stellt momentan die häufigste Krebserkrankung des Mannes dar.

Eine rechtzeitige und regelmäßige Vorsorgeuntersuchung durch eine Tast- und Ultraschalluntersuchung der Prostata, sowie eine PSA-Messung erlaubt es möglicherweise gefährdete Männer herauszufiltern und einer erweiterten Untersuchung zuzuführen. Dabei müssen selbstverständlicher Weise sämtliche beeinflussende Faktoren wie z.B. entzündliche Veränderungen der Prostata, falscher Zeitpunkt der Blutentnahme, Volumen der Prostata, Anstiegsgeschwindigkeit des PSA-Wertes innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, mechanische Belastung der Prostata usw. berücksichtigt werden. Einem Teil dieser Männer wird zum Ausschluss eines Prostatakarzinoms eine Gewebeprobe (Biopsie) empfohlen. Sollte ein Prostatakarzinom nachgewiesen werden, beeinflussen wiederum mehrere Faktoren das weitere Vorgehen:

Lebenserwartung des Patienten, Höhe des PSA-Wertes vor der Biopsie, Aggressivität des Tumors anhand der histologischen (feingeweblichen) Kriterien, die Anzahl der tumorbefallenen Gewebsproben, sowie die Ausdehnung des Tumors in den einzelnen Proben.

In Abhängigkeit dieser Kriterien wird empfohlen welcher Patient:

  • gar nicht behandelt werden muss, weil es unwahrscheinlich ist, dass er an dem Tumor jemals leidet oder gar verstirbt (»watchfull waiting«);
  • nur aktiv überwacht wird (»active surveillance«), weil im Augenblick nicht mit Sicherheit zu erkennen ist, ob er durch den Prostatakrebs überhaupt gefährdet ist, oder
  • gleich einer endgültigen Behandlung (Bestrahlung oder Operation) zugeführt wird.

Im Falle der »active surveillance« werden zunächst vierteljährliche PSA-Untersuchungen sowie eine erneute Prostatabiopsie innerhalb der nächsten 1 bis 1½- Jahre empfohlen. Lassen die Kontrollen erkennen, dass der Tumor sich aggressiv verhält leitet man eine endgültige Therapie (Bestrahlung oder Operation) ein, solange der Tumor noch auf die Prostata beschränkt und damit heilbar ist.

Es besteht also keinesfalls der immer wieder unterstellte Automatismus: Vorsorge –> erhöhter PSA-Wert –> Biopsie –> Therapie (Bestrahlung oder Operation) mit dem Risiko der Harninkontinenz (unkontrollierter Harnverlust) oder Impotenz (Schwäche bzw. Totalverlust der Gliedsteife).

Die Ausführungen zeigen, dass es gegebenenfalls Zeit braucht einen behandlungsbedürftigen Tumor von einem nicht behandlungsbedürftigen Tumor zu unterscheiden. Obwohl der Prostatakrebs ein langsam wachsender Tumor ist, bleibt er nicht zwingend unbegrenzte Zeit auf die Prostata beschränkt.

Bei der Vorsorgeuntersuchung geht es also darum diejenigen Prostatatumore zu erkennen, die auf das Organ beschränkt und damit prinzipiell heilbar sind. Um eine Übertherapie zu vermeiden, braucht es gegebenenfalls Zeit den Charakter des Tumors zu erkennen. Das wesentliche Ziel der Vorsorgeuntersuchung ist eine Diagnosestellung in einem frühen Krankheitsstadium was schließlich eine Heilung erleichtert bzw. erst möglich macht.

Kontakt

+49 (0) 89 593691

+49 (0) 89 5502556

info@urologie-stadtzentrum.de

Adresse

Urologie-Stadtzentrum

Dr. med. Michael Alschibaja

Schützenstr. 5

80335 München

Sprechzeiten

Mo. – Fr.  9-12:00 Uhr

Mo., Di., Do.  14:30 – 16:30 Uhr

und nach Vereinbarung